Donnerstag, 30. April 2015

Selbstwertgefühl

“Selbstwertgefühl ist nicht alles. Aber wenn du kein Selbstwertgefühl hast, hast du nichts.”
- Gloria Steinem, amerikanische Schriftstellerin

Ja, so sieht das wohl aus mit dem Selbstwertgefühl. 

Wir sprechen häufig von selbstbewussten oder schüchternen Menschen, von lauten und stillen. Und vieles hängt häufig mit dem Selbstwert zusammen, auch bei mir.

Ein kleines Beispiel:
Die Monate, in denen ich mit einem guten Selbstwertgefühl aufstehe, gehöre ich immernoch zu den Stillen, aber ich bin offener, lächle, gehe auf Menschen zu, weil ich es mich traue. 
Ist nahezu kein Selbstwertgefühl vorhanden, verstecke ich mich, isoliere mich, gehe nicht mehr aus.

Das Selbstwertgefühl setzt sich aus zwei Kompenenten zusammen:
a) dem Selbstbild und b) der Interaktion mit der Umwelt.

Hier eine kleine oder größere Grafik:
Hier sieht man, dass das Selbstbild sich aus dem Glaubensätzen, den Prägungen und dem inneren Dialog zusammen setzt. Die Interaktion findet sich in der Körpersprache, dem Tonfall und der Wortwahl wieder.

Aber was heißt das konkret?

Das Selbstbild ist beeinflussbar, genauso die Interaktion, wenn man mutig ist. Ich denke aber, dass das Selbstbild die Interaktion mit der Umwelt bestimmt und auch den Selbstwert.

Deswegen fand ich diese Grafik passender:


 Hier sieht man eher, dass das Selbstbild und die Gesellschaft den Selbstwert beeinflusst. 
Ich denke, Denkmuster, Erfolge bzw. Misserfolge und Erziehungen ergeben sich quasi von selbst.

Ich möchte daher kurz zur Identitätsfindung kommen. In der Pubertät kämpft man ja doch mit vielen Themen. Die Preisfrage: Wer ist man selbst? wird alle paar Monate neu beantwortet und man wundert sich manchmal, wie man vor einem halben Jahr noch zu gewissen Themen stand. 
Die Zeit ist schnell, Erwartungen werden gestellt, man lebt nicht mehr nach den eigenen undefinierten Wünschen, Misserfolge häufen sich oder Erfolge werden als solche angenommen, die Umwelt ist wichtiger als sie es sein sollte. Es gibt sicherlich Menschen, die mir widersprechen, aber ich denke, Pubertät ist ein einziger Kampf um das Überleben.
Überall Mobbing, Wut, Gewalt, Verzweiflung und dazwischen irgendwie genauso viel Enthusiasmus, Freude, Spaß, Feiern; daneben Lernen, die Familie annehmen, sich um Freunde kümmern, Hobbys ausleben.
Natürlich bleibt da wenig Zeit um sich selbst zu finden: Identitätsfindung. 

Wer diese Jahre durchhält und erkennt, wer er selbst ist, hat viel gewonnen. Aber es bleibt trotzdem nur ein Teil des Selbstwerts. 

Es gibt einen amerikanischen Psychologen, der die "6 Säulen des Selbstwertgefühls" aufgestellt hat.




Da steckt viel drin, von dem ich selbst überzeugt bin:

Du hast dein Leben in der Hand! 

Natürlich passieren Dinge im Leben unvorhergesehen, ungeplant und spontan, sowohl Gutes als auch Schlechtes, aber du bist in der Lage selbstständig darauf zu reagieren, Position einzunehmen und dich für dich einzusetzen! Mach das beste aus deiner Situation!

Du bist kein Opfer solange du dich nicht zu einem machst!

Du bist deinem Leben und dir selbst nicht ausgeliefert, so einfach ist das. Du darfst äußern, was du willst und was dich stört. Eine gesunde Portion Egoismus und Selbstreflektion ist hier angebracht und wünschenswert.

Ziele setzen!

Nur so kannst du Erfolge erzielen. Sie sollten realistisch sein, alles andere ist Enttäuschung pur, die an deinem Selbstbild kratzt. Aber vergiss trotz allem nicht: 
Risiko ist manchmal besser als immer nur das gleiche wie am Vortag zu machen, weil du weißt, dass du das kannst.

 

Mittwoch, 29. April 2015

Egozentrik und Selbstverliebtheit


Ich möchte heute die subjektive Seite des Selbstwerts betrachten, aus eigener Erfahrung und einer Gegebenheit, die heute passiert ist.

Zu erst ein paar Bedeutungen:
egozentrisch: (nur) an sich denkend; sich selbst im Mittelpunkt sehend; egozentrisch ist eine Person, die alle Ereignisse nur von ihrem Standpunkt aus bewertet (Wikipedia)
selbstverliebt: von sich selbst angetan und naiv um sich selbst kreisend (Duden)
narzistisch: übersteigert in sich selbst verliebt, auf sich selbst bezogen (Duden)
egoistisch: selbstsüchtig, eigennützig (Duden)

Alles negative Bezeichnungen, wenn man an sich selbst denkt. Wen wundert es da, dass es schwer ist, sich selbst zu loben?

Lobt man sich, ist man sofort selbstverliebt und eingebildet. Zumindest wenn man dies verbal tut. Zu sagen, dass ich etwas gut gemacht habe, war nahezu ein Verbrechen in meinem Leben: Das ändert sich jetzt.

Wie ihr schon erfahren habt, ist mit meinem Freund Schluss. Naja, warum ich mich mit dem Thema beschäftige, ist recht einfach zu erklären. Er hat mir zwei Jahre erzählt, ich könne nichts und solle doch mal an mich glauben. Ein extremer Widerspruch für mich. Aber auch er beschäftigt mich nun, da ich nicht mehr mit ihm zusammen bin.

Ich möchte ihn hier nicht von Grund auf schlecht machen. Hätte er keine guten Seiten, wäre ich keine 2 Jahre mit ihm zusammen gewesen.

Er schrieb mir die letzten 4 Tage, dass er gerne Sex hätte. Ausgelöst durch mich, weil ich meinte, ich könne mir vorstellen, auf körperlicher Ebene was zu haben. Aber er hat es anschließend übertrieben. Häufig sagte er, man könne mich nicht ernst nehmen und ich könne mich sowieso nicht durchsetzen. Häufig indirekt: "Warten wir mal ab."

Naja, heute habe ich ihm gesagt, dass ich nicht täglich gefragt werden möchte, wann wir denn rumvögeln. Ich möchte nicht vollgespammt und belästigt werden. Ich bin nicht seine Dame vom Dienst. Er hat mich mit Respekt zu behandeln und meine Regeln zu akzeptieren, wenn wir auf einer Ebene sein wollen.
Das ist eskaliert. Er meinte wieder, dass ich nur abwarten sollte. Ich antwortete, dass wenn er so weiter macht, dass gewaltig in die Hosen geht. Er hatte generell schlechte Laune. Weswegen, weiß ich nicht.

Es schaukelte sich stumm während dem Unterricht hoch. Ich versuchte freundlich zu sein, erzählte ihm von meinen Plänen am ersten Mai. Er kniff die Lippen zusammen und ich kommentierte, dass ihn das scheinbar nicht interessiere. Er bestätigte, dass er sich das auch grade gefragt habe. Er war so herablassend, hat an allem, was ich getan habe, etwas auszusetzen gehabt und ich habe es eben nicht hingenommen. Er meinte, er hätte durchaus auch andere, mit denen er schlafen könne. Er brauche mich nicht. Das saß. Es hat mich wirklich verletzt. Aber dann ist mir was eingefallen, was ein Freund gesagt hatte. Hätte er wirklich so viel Auswahl, dann würde er nicht dieses Spielchen mit mir spielen und quasi täglich um Sex fragen und betteln.

Nach der Schule schickte ich ihm eine Sprachnachricht, in der ich erklärte, dass er ein selbstgefälliges, egozentrisches Arschloch sei. Ich wusste, dass egozentrisch passen würde, aber was genau, wusste ich nicht. Weswegen oben die Begriffe.

Ich habe ihm auch gesagt, dass er nicht der tolle Hecht ist, für den er sich hält. Er ist nur ein ganz kleines Licht in der Welt, nicht der Hornkönig der Ortenau. Für mich nichts. Er riskiert nichts im Leben, aber macht in dem Rahmen alles grandios.

Egozentrisch ist eine Person, die alles nur aus ihrem Standpunkt aus bewertet. Das traf wie die Faust aufs Auge. Selbstverliebt ist eine Person, die naiv um sich selbst kreist. Das trifft es genauso. Egoistisch sowieso: Alles muss ihm nützen. Und narzisstisch? Vielleicht ein klein wenig, ich weiß es nicht.

Seine Antwort auf meine Sprachnachricht: "Danke. Kann ich so nur zurückgeben."
Ich war unglaublich verletzt. Ja, ich setze mich gelegentlich in den Mittelpunkt. Weil es wichtig ist. Ich setzte mich in den Mittelpunkt, wenn es Probleme zum klären gibt, die mich betreffen.
Ich versuche an jedem Punkt mein Gegenüber zu verstehen, ich hab mir den Arsch aufgerissen und so viel durchgehen und mit mir machen lassen.
Und jetzt ist sein Ego verletzt, weil ich sagte, dass wir zu meinen Bedingungen vögeln, nicht zu seinen und dass er sich seine Fragerei sparen kann.

Ich habe ihn blockiert. Er wird nicht wieder schreiben können und er wird sich womöglich wundern, wenn er mir schreibt, wenn er etwas braucht.


Was mir auffällt. Mir hilft der Blog hier derzeit sehr, diese ganze Unsicherheit anders zu beleuchten. Meine Verletztheit ist da, keine Frage, aber alle sagten, ich würde zu viel mit mir machen lassen und jetzt wo ich nichts mehr mit mir machen lasse, muss ich mich als selbstverliebtes Miststück sehen lassen. Dabei ist es anders:: Pure Manipulation.

Umso eher ich das mit einem Selbstwertgefühl beleuchte, desto eher sprechen die Dinge für mich, statt gegen mich. Ich habe ein Recht, zu sagen, was ich möchte. Übertreten andere Grenzen, muss ich einschreiten.


Das war meine Erfahrung heute mit dem Thema. Am Wochenende möchte ich noch einmal ausführlich über den Selbstwert schreiben, auch was es für ein psychologisches Modell gibt.

Montag, 27. April 2015

Wert und eine kleine Challenge



Ein Kommentar vom letzten Post, glaube ich, erwähnte den Wert. Oft sagen wir, etwas sei es nicht Wert oder eben das Gegenteil: Man solle kämpfen, weil etwas Wert ist.
Aber was ist es denn, was das Leben wertvoll macht?

Diese Frage ist so einfach wie auch schwer zu beantworten. Ich kann nichts nennen, was für jeden das Leben wertvoll macht, aber ich kann mir vorstellen, welche Gefühle benötigt werden, um sich selbst wertvoll zu fühlen und auch zu fühlen, dass die Welt wertvoll ist.

Die bestimmten Dinge, die das Leben wertvoll machen, sind für mich vielfältig.

Ein Punkt, den man bestimmt schon herauslesen konnte, war die Musik. Musik ist für mich das höchste, schon seit ich 7 Jahre bin. Häufig steht es über den festen Freunden, den normalen Freunden und meiner Familie.

Aber dann merke ich wieder: So sehr ich die Musik liebe und auch brauche, brauche ich diese Menschen genauso sehr.

Es sind nicht die bestimmten Menschen, die das Leben wertvoll machen, sondern die Momente mit ihnen. Jedes Lachen macht mein Leben lebenswert. Jede blödsinnige Idee ist es Wert. Jede Umarmung, jedes "Ich hab dich lieb", jedes "Lisa, hast du Lust, was mit uns zu machen am Wochenende?".

Mein Vater macht mein Leben lebenswert, weil er da ist, wenn ich ihn so sehr brauche. Weil ich einfach anrufen kann und ihm von meinem Tag erzählen, auch wenn er unterwegs ist. Weil er mir sagt, dass er mich lieb hat. Weil er lacht, wenn wir zusammen sind.

Und da ist etwas weiteres, was für mich das Leben so spannend gestaltet, etwas, was viele nicht verstehen können.

Herausforderungen.

Sie sind für mich lebenswichtig. Ohne ein Ziel, das ich erreichen kann, bin ich aufgeschmissen. Und gleichzeitig sind es immer Ziele, die nahezu unmöglich zu erreichen sind. Die so viele Ängste in mir auslösen, dass ich das Gefühl habe, nie wieder auftauchen zu möchten. Aber wenn sie dann erreicht sind, dann kann ich abundzu auch einfach stolz sein.

Wie heute.

Sportprojekt. Ich konzipiere meine eigenen Trainings gelegentlich. Aber jemand anderem hab ich das noch nie vorgeführt. Heute war meine Chance. Ich hab alles vorbereitet, trotz eigentlicher Gruppenarbeit. Ich habe viel bewiesen.
1. Ich bin fit.
2. Ich weiß, wie man trainiert.
3. Ich kann konzipieren.
4. Ich kann motivieren.

Es gab Lob und unzufriedene Kritik, aber das Lob hat überwiegt und die Kritik kam von einer, die sich partout nicht durchbeißen wollte.

Ich hab mich so selbstbewusst gefühlt und würde so gerne anfangen, Trainings zu konzipieren, aufzunehmen und bei Youtube hochzuladen. Aber keine Kamera und noch steht mir meine Angst im Weg.

Aber da ich die Herausforderungen angesprochen habe.

Auch in meiner Deutsch-GFS von vor 2 Woche bin ich nicht gescheitert. 13 Punkte. Formale Fehler, Kritik auf hohem Niveau.

Es mag eingebildet klingen, aber mich selbst zu loben, ist extrem schwierig und ich nehme mir die Freiheit raus, es jetzt und hier zu tun. Ich habe beides gut gemacht, ich habe bei beidem alles gegeben und es kam bei beidem etwas tolles raus. Warum soll ich mich nicht loben dürfen? Warum ist Selbstlob etwas, was eingebildet wirkt? Warum soll man sich jede Minute seines Lebens mit Selbstkritik quälen? Warum nicht einfach mal etwas gut machen?
Aber das ist ein anderes Thema.

Mein nächstes Projekt, meine nächste Herausforderung, werde ich dem Sport widmen.

Für den Mai:
300 km Radfahren und 50 km joggen
Freeletics (ich werde mir den Coach wahrscheinlich kaufen)

Jeder, der mitmachen möchte: Gerne!

Donnerstag, 23. April 2015

Völliger Zusammenbruch & das Leben geht weiter





Gestern Nacht: Ausnahmezustand.
1 h telefoniert mit meinem Ex-Freund. Wir haben uns nichts mehr zu sagen. Und Janine (Name geändert) ist ja so süß. Er schwärmt, redet von Proben, unserem Sportprojekt. Wir haben uns nichts mehr zu sagen. Redet von den mündlichen Prüfungen, von dem Geburtstag seiner Mutter, redet von der geplanten Fahrradtour am 1. Mai. Wir haben uns nichts mehr zu sagen. Was ich sagen möchte, wäre Kummer, negativ. Ich hab ihm seinen Egoismus vorgeworfen. Er will nichts davon hören, dass ich verletzt bin. Wir haben uns nichts mehr zu sagen, sagte er wörtlich. Aber er redet mehr denn je. Und ich? Ich rede negativ. Mache ihn fertig für jede Kleinigkeit. Rache? Vielleicht. Er war so entmutigend, so erniedrigend zeitweise.

Ich habe Musik gelebt bevor ich ihn kannte. Heute mache ich es nur noch im Stillen aus Angst wieder so harte Worte zu hören.

Nach dem Telefonat fing ich an zu weinen, bitterlich. Ich hätte am liebsten geschrien, mir die Arme aufgeschnitten, mich vor den Zug geworfen. So viel Schmerz, so viel Trauer, so viel Wut. Ich bin zu meinem Vater, der im Wohnzimmer saß und am PC war. Ich hab ihn angeschaut, bin zu ihm auf die Couch, hab mich an ihn gekuschelt und nur noch geweint. Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn lieb habe, dass ich ihn brauche, dass wir zu wenig miteinander machen, dass ich mich alleine fühle und das Gefühl habe, der ganzen Welt nur auf die Nerven zu gehen. Es geht um so viel mehr als die Trennung.
Mein Vater ist momentan erkältet, aber er war trotzdem bis um halb 12 mit mir auf und hat mich in den Arm genommen. Danach habe ich geschlafen. Heute bin ich dementsprechend müde.

Gestern wünschte ich, dass die Welt aufhört, sich für mich zu drehen. Aber sie tut es immer noch.

Also ging auch mein Leben weiter. Voller Trauer bin ich noch immer. Es ist so schwer, ihn jeden Tag in der Schule zu sehen oder gar positiv in das Leben zu gehen, wenn ich seine Worte im Kopf habe. "Du hörst dich schrecklich an." "Meine Eltern sind der Meinung, dass es besser wäre, wenn du keine Musik später machst.", "Du kommst so süß und naiv rüber.", "Ha, da war schon wieder ein Fehler!", "Du musst echt mehr üben.", "Kein Wunder, dass du nie irgendwo spielst, so wie du dich anstellst.".

Ich hab in den letzten 2 Jahren vergessen, für wen ich eigentlich spiele. Heute hab ich wieder Orgel geübt. Eine Frau war in der Kirche, ich sehe sie häufig. Sie hört regelmäßig zu, wenn ich übe. Aber sie hat mich noch nie gesehen, weil sie immer später als ich kommt und früher als ich geht. Heute hat sie mich gesehen. Sie hat sich ein paar Choräle gewünscht, ganz ehrlich. Ich habe sie ihr gespielt. Weil es das höchste bedeutet hat für diese Frau. Nächstes Mal kriegt sie ihr Marienlied. Sie kam hoch zur Orgel: "Vergelt's Gott." Sie war so erfreut und ich hab mich bei ihr bedankt, mehrfach.

Ich spiele für die Leute, denen ein Lied das höchste bedeutet. Die einfach glücklich sind, zuzuhören. Und ich spiele nicht für die, die in jeder Note etwas finden. Zumal mein Ex keine Ahnung vom Orgelspiel oder Klavierspiel hat.

Danach bin ich nach Hause, später hatte ich Fahrschule. Ich bin einfach gefahren ohne an seine Worte zu denken, dass er ja schon längst fertig gewesen ist nach ein paar Wochen und warum ich denn solange brauche. Keiner mehr, der mich verlacht, wenn ich sage, dass ich Angst habe vorm Autofahren. Es gibt anderen, denen geht es ähnlich.

Morgen wird wieder mein ewiglanger Tag. Voll mit Musik, voll mit Herausforderungen. Und ich höre seine Worte im Kopf "Du musst mehr tun, du kannst das noch gar nicht." "Immer so negativ, glaub mal an dich." "Kein Wunder, dass du immer negative Kritik erntest, wenn du nie was machst, was du kannst."
 Ich bin da zum lernen. Nicht, damit ich schon alles perfekt kann.

Vielleicht werde ich mehr erreichen, weil ich lernen wollte, weil ich nicht immer den bequemen Weg gehe.
Also dreht es sich weiter. Mit meinem ganzen Kummer und meiner Trauer und ich finde die Musik wieder.

Dienstag, 21. April 2015

Wenn das Leben unmöglich scheint





Ich mag das Bild sehr gerne. Momentan beschreibt es meine Situation sehr gut. Es gibt jemand in meinem Leben, der immer sagt, dass ich mir ein Ziel suchen soll, was auch erreichbar ist. Es sei kein Wunder, dass ich ständig negative Kritik ernte, wenn ich Dinge tue, die ich ja nicht kann.

Ich sehe das anders.

Ich ernte Kritik, aber nicht ständig negative, teilweise sogar keine. Ich wachse an den Aufgaben. Ich schaffe häufig mehr als viele andere. Koordiniere, übe, lerne, mache Sport, esse. Schon mal einen ganzen Herbst geplant, der voll mit Konzerten war und Proben von 5 verschiedenen Orchestern/Chören/Gruppen, nebenbei das Abitur geschrieben, 8 kg abgenommen, geübt und Sport gemacht? Dann weißt du sicher, wie schwer das ist!

Leider vergesse ich, was ich kann. Leider hab ich wieder zugenommen nach diesem einen Herbst und bin voll abgestürzt. Leider hab ich mich über 1 Jahr später noch nicht vollständig gefangen, aber ich denke, ich bin auf einem guten Weg.

Derzeit hab ich immernoch stark mit der Trennung und meinem Ex-Freund zu kämpfen. Wir versuchen dieses Freundschaftsding, leider werde ich das wohl aufgeben müssen, weil er meine Regeln und Grenzen nicht akzeptiert. Das ist dadurch sehr schwierig. Zusätzlich fühle ich mich oft alleine. Meine Therapie bringt's derzeit einfach gar nicht, weil mein Vertrauen ziemlich weg ist, nachdem mein Therapeut sagte, dass er mich anrufen würde in den Ferien wegen einem Termin und er mich zum 3. Mal vergessen hat.

Ich muss mich um ein nächstes Praktikum kümmern, damit ich die Option habe, mich für ein Au Pair zu bewerben. Und ich werde mich für ein Psychologiestudium einschreiben bzw. es versuchen. Das gehört zu den "Lisa, das ist unmöglich, probier es erst gar nicht."-Dingen, da ich einen wesentlich schlechteren Schnitt habe. Aber es gibt ja Wartesemester.  Und wenn ich zwischenzeitlich eh noch ein Jahr was anderes machen möchte, passt das eigentlich. Sollte ich direkt angenommen werden, gehe ich halt auch direkt studieren. Trotzdem: Probieren will ich es.

Schlafes Bruder - Robert Schneider






Klappentext:
Das ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der zweiundzwanzigjährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen." Mit seinem atemberaubenden Debütroman über das Leben und Sterben eines musikalischen Genies in einem österreichischen Bergdorf, der mittlerweile in der 30. Auflage erscheint, gelang Robert Schneider ein sensationeller Welterfolg. 
Quelle: Reclam Verlag

Allgemeins:

Kosten: 8.95 Euro (Reclam Verlag)
Seiten: 204 in Form von betitelten Kapiteln

Meine Meinung:
Ich muss sagen, dass ich sehr zwiegespalten war. Der Schreibstil ist doch sehr gewöhnungsbedürftig, meiner Meinung nach. Trotz allem: Das Buch hat einen gewissen Anspruch. Teilweise haben mich bestimmte Kapitel doch sehr beschäftigt. Andere wiederrum fand ich merkwürdig, anfangs unnötig.
Für mich gab es eine Message, was ich sehr schön fand. Es ging irgendwie darum, dass geniale Menschen zur Welt kommen ohne jemals die Möglichkeit zu haben, sich auszuleben, nie entdeckt werden. Und am Ende war es dann doch nur der merkwürdige Tod, weshalb man ihn in Erinnerung behält. Trotzdem muss man sagen, dass das keine Biographie ist, sondern Fiktion.
Ich sage es selten: Aber ich fand das Buch wirklich wirklich gut inhaltlich. Teilweise etwas strange, bisschen horrormäßig in 2 Kapiteln, und vom Schreibstil am Anfang nicht ganz einfach. Trotzdem macht es die Geschichte an sich wieder wett.
Ich finde es absolut lesenswert!

5 von 5 Punkten

Freitag, 10. April 2015

Praktikum im Kindergarten, Abitur und was noch kommt


Meine letzten Posts waren nicht so positiv, ich weiß. Aber das Wetter ist schön, ich lebe mit Liebeskummer und einem total verkehrten Bild von der "Beziehung" zu meinem Ex-Freund. Wir sehen uns immer noch und es ist auch irgendwie alles wie immer. Schwer zu erklären, schwer zu akzeptieren. Aber darum soll es nicht gehen.

Ich habe trotzdem meinen persönlichen Tiefpunkten in den letzten 2 Wochen ein Praktikum im Kindergarten gemacht und ich habe erneut gemerkt, wie wichtig es ist, immer wieder einen geregelten Tagesablauf zu haben. Ich war vormittags im Kindergarten, von 8 bis 14 Uhr. Das heißt ich bin jeden Arbeitstag um 7.20 spätestens aufgestanden!
Mit den Kindern hab ich im Kindergarten anschließend gefrühstückt. Es war zeitweise schwierig, aber es ging. Trotz Kummer. Die zweite Woche war sonniger als die erste und dadurch auch einfach: Wir konnten nämlich rausgehen.
Nachmittags hab ich diese Woche meine GFS geschrieben, die ich am Montag in der ersten Stunde halten werde! Es läuft irgendwie weiter. In 3 Tagen hab ich meine Ausarbeitung geschrieben. Heute Nachmittag korrigiere ich, schreibe um und setze die Fußnoten ein. Ebenfalls wird heute das Titelblatt, das Inhaltsverzeichnis und das Literaturverzeichnes eingefügt. Morgen bereite ich den Vortrag und das Handout vor. Ich habe mir durch die Struktur auch eine bessere Laune gegeben.


Nebenbei war ich 3x die Woche laufen und hab auch meinen Freeletics-Plan durchgezogen. Tag 3 kommt heute: Aphrodite.

Die GFS ist sehr wichtig, um mein Abitur zu bestehen. Aber auch die mündliche Prüfung ist sehr wichtig. Das nehme ich in Angriff nachdem ich meine GFS gehalten habe.

Ebenfalls beginne ich am Dienstag wieder im Orchester zu spielen. Ich hoffe, ich mag es. Ich fühle mich immernoch häufig sehr verloren und leer, aber solange die Sonne da ist, ist wenigstens das gut.

Auch muss ich mich langsam um das "Nach dem Abitur" kümmern. Ich bin noch sehr unschlüssig, was ich tun werde.

Montag, 6. April 2015

Das Wunder des Spracherwerbs - So lernt ihr Kind sprechen - Gisela Szagun [Sachbuch]

Klappentext:
Babys mögen Melodie und Rhythmus. Und auf einmal - scheinbar urplötzlich - sprechen sie die ersten Worte und daraus werden Sätze. Wie vollzieht sich dieses "Wunder des Spracherwerbs"? Wie können Eltern ihr Kind bei diesem faszinierenden Prozess begleiten?

Die renommierte Spracherwerbsforscherin Gisela Szagun unternimmt eine faszinierende Reise in die Welt der Sprachentwicklung und beschreibt auf allgemeinverständliche Art, wie unsere Kinder die Sprache erlernen. Viele Beispiele aus der Sprache des Kleinkindes machen den Spracherwerb lebendig und nachvollziehbar.
Quelle: Buchrücken

Allgemeines:

Kosten: 14.90 € (Amazon)
Seiten: 222 in Form von 11 Kapiteln und dem Glossar

Meine Meinung:
Ich habe es mir im Rahmen einer GFS, die ich vorbereiten muss, ausgeliehen in der Stadtbibliothek. Vor allem da es hieß, dass es allgemeinverständlich sei und ich muss zugeben: Das ist es!
Es ist sehr schön erklärt und gut lesbar. Die Kapitel sind nicht zu lang und auch schön untergliedert.
Für meine GFS selbst fehlen viele wichtige Fachbegriffe, die nicht genannt sind, jedoch wird das in der Einleitung auch genannt, dass die Autorin versucht Fachbegriffe zu meiden. Es ist eine schöne Ergänzung und sicher ein gutes Sachbuch für Leute, die den Spracherwerb eines Kindes verstehen wollen. Schade finde ich, dass gar nicht auf Bilingualität eingegangen wird!

4.5 von 5 Punkten

Mittwoch, 1. April 2015

Liebeskummer und Aufgaben

Ich fühle mich derzeit als würde ich sterben.
Die Kinder im Kindergarten geben mir eine Aufgabe am Vormittag, die Dreads auszuhäkeln am Nachmittag. Trotzdem hab ich viel über Selbstmord nachgedacht. Nicht unbedingt aus Liebeskummer, mehr weil ich mein Leben seit Wochen und Monaten nicht aushalte und meinem Ex zu Liebe alles geregelt habe, jetzt fällt die Motivation und ich bin natürlich noch schlimmer in allem drin, als es sein sollte.

Hab das #powergirlmovement entdeckt und überlege, ob ich mir die Aufgabe geben soll. Schiss hab ich, weil ich selten was durchziehe und entweder zu depressiv oder zu ungeduldig dafür bin.

Jetzt hab ich aufjedenfall Ferien. Das Praktikum läuft gut, meine GFS ziemlich schlecht. Ich drehe echt durch. Das alles ist ganz ganz schrecklich für mich derzeit und mein Therapeut hat mich zur Abwechslung mal wieder vergessen. Kein Termin nächste Woche.

Falls ich irgendwann nicht mehr schreibe, bin ich wohl tot? Ich weiß nicht.
War heute aber in der Bibliothek und hab mir Bücher entliehen für meine GFS! Vielleicht schaffe ich die noch.